Praxisworkshop Teamarbeit

Montag, 4. November 2019, Frankfurt

15 bis 18 Uhr | Geschäftsstelle des Bezirksverbands Frankfurt, Bleichstr. 38a

  • Wie werden Teamprozesse indirekt gesteuert?
  • Teamzeichnung
  • Analyse konkreter Beispiele

 Referent:

Stephan Siemens | Experte für Arbeitspsychologie + Burnout-Prävention           

Im Anschluss an den Vortrag von Stephan Siemens zur indirekten Steuerung während unserer Vortragsreihe Die Schule ist kein Wirtschaftsbetrieb (WS 2015/16) sowie an  das Theaterstück Yes, we burn mit der Gruppe Xtrameile am 17.2.2018 in Frankfurt bieten wir euch diesen Workshop an. Er dient gleichzeitig zur Vorbereitung der Veranstaltung am 29.2.2020 Vom (Un)sinn ökonomisierter Bildung: Wege aus der Entdemokratisierungsfalle.

Anmeldung

thomas.sachs@gew-frankfurt.de

Teamarbeit spielt in den Schulen eine zentrale Rolle. Denn Teams sorgen dafür, dass die Kolleg*innen die Ziele „der Schule“ in die Realität umsetzen. Schulleitungen nutzen dafür Konzepte der Arbeits- und Organisationspsychologie, um die Teams indirekt zu steuern. Das führt dazu, dass sich Kolleginnen und Kollegen gegenseitig unter Druck setzen bis hin zu Ausschluss von Team-Mitgliedern durch Mobbing. Schulleitungen führen nicht mehr direkt, sondern indirekt. Sie fällen keine Entscheidungen mehr, sondern überlassen sie vorgeblich „demokratischen“ Prozessen.

Die Teamanalyse der indirekten Steuerung ist eine bewährte Methode, die Auswirkun-gen dieser Mechanismen zu verstehen. Dabei werden Zeichnungen von Teams erstellt, die auch Rahmenbedingungen, andere Teams oder das Verhalten von Schulleitungen deutlich machen.

Es ist weniger eine psychologische als eine psychologiekritische Methode. Indirekte Steuerung führt zu scheinbar persönlichen, oft auch dauerhaften, Konflikten und damit zu emotionaler Erschöpfung. Diese Konflikte werden häufig alltagspsychologisch gedeutet - zum Beispiel durch die Thematisierung von „Charaktereigenschaften“ oder dem privatem Umfeld.

Im Workshop wollen wir die Teamanalyse vorstellen und kennenlernen. Sie hat das Ziel, indirekte Steuerung bewusst zu machen, die eigene Situation besser zu analysieren und neue gewerkschaftliche Solidarität zu ermöglichen.

Bild: Stephanie Hofschläger, pixelio.de